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Back in the pan Introgroove

2013 veröffentlichte ich zusammen mit Jermaine Landsberger und Paulo Morello das Album „Back in the Pan“. Da mich schon verschiedene Schüler nach dem Groove des Titelstücks gefragt haben, transkribiere ich hier heute mal ausnahmsweise mich selbst.


Wer sich das Stück erstmal anhören will, der kann es hier auf Spotify tun.

Der Song wurde von Jermaine geschrieben und am Anfang war nicht genau klar, wie wir den Intropart gestalten sollen. Wir haben ewig rumprobiert ob wir ihn jetzt in 4/4 oder 7/8 spielen sollen. Wie so oft im Leben haben wir uns dann für den Mittelweg entschieden, 4/4 und 7/8 zusammengezählt ..... fertig war das Intro in 15/8 bzw. 15/4.

Da wir schon im Anfangsstadium das Intro immer als Latin gespielt hatten, war mein Basisgroove ein Songo. Das Ganze klang ziemlich Weckl-typisch („Island magic“), was ich irgendwie wieder ändern wollte. Nichts gegen den guten Dave Weckl, der ja auch der Held meiner Schlagzeugerjugend in den 90ern war, aber es war ein bisschen die offensichtlichste und damit langweiligste Lösung.

Also musste ein anderer Groove her und ich erinnerte mich an einen Groove, den mir Prof. José Cortijo während meines Studiums an der Hochschule in Nürnberg gezeigt hatte. Dabei spielt man die Cascara mit der rechten Hand auf dem Ridebecken, füllt mit der linken Hand mit der Hihat auf und spielt die Bombonote (2und) auf der Bassdrum. Die Snare wird dann im 3er Takt der Clave auf 4 gespielt.

Der Groove sah in der Version von José in etwa so aus:

Diesen Groove nahm ich als Basis und musste das jetzt nur auf den 15/4 gemünzt kriegen.

Da kam dann eine weitere Erinnerung ins Spiel. Ich erinnerte mich an ein Modern-Drummer-Interview mit Jeff „Tain“ Watts in welchem er den Groove von seiner Komposition „The Impaler“ erklärt.

In diesem Tune gibt es immer einen 7/4-Latin-Part und „Tain“ erklärte in dem Interview, dass er einfach 2/3 Clave und 3/2 Clave zusammengehängt hat und die 4 im zweiten Takt mit der 1 des dritten Taktes quasi „zusammengeschoben“ hat.

Diese 14/4 Clave sieht dann so aus:



Aber zurück zu „Back in the Pan“! Ich habe also das Jeff „Tain“-Clave-Konzept genommen und auf den 15/4 angewendet. Also habe ich jetzt 4 Takte 2-3 Clave genommen und dann im vierten Takt die 4 als neue 1 des fünften Taktes uminterpretiert. Damit dreht sich dann die Clave für 4 Takte auf 3-2. Im 8 Takt fehlt dann ein Viertel am Schluss.

So sieht die 15/4 Clave aus:




Jetzt musste ich nur noch den José-Groove auf diese Clave setzen und voilá, fertig war der Groove für das Intro/Outro/Interlude von „Back in the Pan“.


So sah der fertige Groove dann aus:



Die Bandkollegen haben zwar am Anfang mit den Augen gerollt („… muss es denn immer so kompliziert sein …“), aber mit der Zeit fanden sie den Groove auch genauso gut wie ich. Allerdings ist es etwas, dass wir bis zum heutigen Tage immer mal kurz vor dem Gig anspielen, um wieder ein Gefühl dafür zu bekommen.

Ich habe Euch die Grooves alle mal aufgenommen und auf diesem PDF stehen alle Grooves zusammengefasst drauf.


Wer sich den Loop zum Üben runterladen will, der kann es hier tun.

Viel Spass damit !

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